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Die Aktivitäten der Bundeswehr zur Selbstdarstellung und zur Werbung von Nachwuchs an den Schulen in der Bundesrepublik nehmen deutlich zu. Diese Aktivitäten fallen in eine Zeit der verstärkten Orientierung der Bundeswehr hin zur Durchführung von Auslandeinsätzen. Über Auslandseinsätze der Bundeswehr gibt es aber keinen Grundkonsens in Deutschland. 70 % der Bevölkerung lehnen den Afghanistan-Einsatz ab! Die Schule darf kein Ort für die Rekrutierung von Soldatinnen und Soldaten werden. Es muss strikt darauf geachtet werden, dass die Bundeswehr weder offen noch verdeckt junge Leute in Schulen für Militärdienste anwirbt.
Die Lehrergewerkschaft GEW und verschiedene Initiativen von Eltern, Schülern und Studierenden in Deutschland wehren sich gegen eine Militarisierung von Schulen, Unis, Ausbildung und Jobcentern.
Die aktuellen Geschehnisse zum Tag der offenen Tür in der General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall bestärken uns in unserem Anliegen und Protest. Auf dem Gelände der Kaserne hatten Soldaten laut "Münchener Abendzeitung" eine Stadt, genannt Klein-Mitrovica, aus Sperrholz aufgebaut und einzelne Gebäude ausgebombt und zerschossen wirken lassen. Auch kleinere Rauchbomben sollen platziert worden sein. Die Kinder durften dem Bericht zufolge unter einem Tarnnetz liegen und mit Spielzeugwaffen anlegen.
Die Namensgebung der Miniaturstadt ist insofern geschmacklos, als dass es eine Stadt dieses Namens mit historischem Bezug gibt. Im gleichlautenden Ort im Kosovo waren während des Zweiten Weltkriegs die Vorgänger der Reichenhaller Gebirgsjäger stationiert. In einem Konzentrationslager nach deutschem Vorbild waren dort Roma interniert worden.
Wer Krieg als lustiges Kinderspiel erscheinen lässt, hat in unseren Schulen wahrlich nichts zu suchen.
Wir bitten die Eltern- und Schülervertretungen an den Schulen in dieser Hinsicht aktiv zu werden.
Hubert Gintschel Fraktionsvorsitzender
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